Abschied
- hjlayer
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Eindrücke und Blitzlichter einer Verabschiedung auf afrikanisch
Schon Wochen vorher werden streng geheime Vorbereitungen getroffen, um Pa Layer einen angemessenen Abschied zu bereiten.

Manche Ideen müssen vom Jubilar finanziell unterstützt werden, weil unterwegs das Geld ausgeht. Die Geheimhaltung leidet etwas darunter.
Für die obligatorischen Stoles (Schals) werden professionelle Textweber angeheuert.
So kommt mein Wunschvers auf meinen Schal: 1. Tim. 6, 12
Für die Ma (oder Queen Layer) gibt’s natürlich auch einen ...

Eine Woche vorher lässt sich der Farewell-Gottesdienst nicht mehr geheimhalten, da ich auch eine vorbereitete Ansprache halten soll.
Dann kommt der große emotionale Tag.
22 Liturgiepunkte mit 18 Unterpunkten – dreieinhalb Stunden bei starker Einkürzung - weniger wäre unanständig und undankbar.
Die Staffs und Students beider Institute werden im Vorfeld verpflichtet, einen festgelegten Stoff (Lappa) zu erwerben und sich damit einzukleiden. So entsteht ein einheitliches Erscheinungsbild mit gleichzeitig individueller Ausprägung. Keine schlechte Idee.

Sogar eine Abordnung der Rentenbehörde NASSIT ist anwesend.
Dass der Präsident von Sierra Leone nicht gekommen ist, enttäuscht mich dann allerdings doch ein wenig.
ALLE Kirchengruppen bringen musikalische Beiträge mit wirklich großem Engagement und dabei wird auch (immer) Geld gesammelt, um die ganze Sause auch bezahlen zu können.
Wie heißt es doch: Wo zwei oder drei Methodisten versammelt sind, da ist auch ein Opferkörbchen unter ihnen.
Die musikalische Elite von Konokai übt tagelang nach der Arbeit, geht geheim ins Studio und produziert einen coolen Wasauchimmer, um eben diesen im Playback mit einer super Choreographie vorzutragen. Der Saal tobt.
In der Ansage wird das Publikum aufgefordert, nicht auf die Musik und Töne, sondern auf die Message zu achten!
Die Sonntagsschule muss ihre Aufführung unterbrechen, weil die SOS-Leiterin zwischendurch in Tränen ausbricht und alle Kinder mitheulen müssen.
Die "Mädels" von Konomusu (viele sind schon Mütter) überragen in Lautstärke, aber auch in Qualität und Bewegung.
Nebenbei läuft eine inhaltsreiche Powerpoint-Präsentation.

Die Frauen der Women-Assosiation betrachten mich ab jetzt als "Husband".

Das Esther-House bringt neben der Women-Assosiation einen Extra-Beitrag.
Das ist nur recht und billig, das sie sich Pa Layer als erste als Sponsor (offizieller Titel: King of Esther-House) geangelt haben.
Auch die Men´s Organization überzeugt mit Ihrem Beitrag "Don´t be ashamed".
Die Predigt ist anlassbezogen, richtig gut und ... richtig lang. Das ist nicht schlimm, weil man ja in dieser Phase ein kleines Nickerchen machen kann.
Man muss nur aufpassen, dass die patrouillierenden Stewards einen nicht erwischen …
Es gibt ein Danach: Für Konomusu und Konokai hat die neue Catering-Abteilung nach dem Gottesdienst in der Multipurposehall von Konomusu ein Essen zubereitet. Die Portionen sind erstaunlich groß und es werden alle satt. Der sonst so gefürchtete "Foodwar" findet nicht statt.
Nach dem Essen werden Geschenke überreicht.
Die Holzabteilung überreicht einen wunderschön gedrechselten … Krückstock … diese Witzbolde …

Unzählige Fotos werden mit allen möglichen Personenkombinationen geschossen.

Dann startet die richtige Party mit massivem PA-Einsatz.
Der Jubilar darf sich zurückziehen, da er für das nun Kommende zu alt ist ... (Keine Bilder)
In den folgenden Tagen gibt´s noch weitere Abschiedsbesuche ...

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